kraftwerk Gründerstories

Meshcrafts: Absolute Beschleunigung
(Accelerator Class of 2017/18)

Ein offener Marktplatz für den Ladeprozess elektrischer Fahrzeuge, diese Idee kam Åsmund Møll Frengstad beim Segeln. Als Kind des hohen Nordens ist er quasi auf einem Boot aufgewachsen. Diese Verwurzelung ist bis heute spürbar. „Segeln ist wie das Gründen eines Unternehmens“, findet der Norweger. „Der Wind kommt immer mal aus unterschiedlichen Richtungen und man muss schnell und flexibel sein, Entscheidungen treffen.“ Nicht immer bleibt dafür viel Zeit, weder auf dem Wasser noch im Unternehmen.

In Norwegen jedenfalls ist Meshcrafts bereits gut am Markt etabliert. Und gemeinsam mit seinem Partner Paal Christian Myhre will Åsmund die Begeisterung für Elektromobilität nun auch an den deutschen Markt bringen. Denn sie sind sicher, dass es im Bereich der Elektroautos und ihrer Stromversorgung ein riesiges Potential gibt.

Um in Deutschland Fuß zu fassen, braucht das norwegische Unternehmen Partner. Mit der swb AG haben sie einen großen Player der Energiebranche für sich gewinnen können. Energieanbieter sind eine Zielgruppe, eine andere ist die Autobranche. Unterstützung bekommt Meshcrafts daher auch vom Mercedes-Benz Werk Bremen. Åsmund hat auch ein kleines persönliches Ziel bei der Etablierung der E-Mobilität am Markt: „Die Menschen sollen begreifen, dass auch Autos ohne Verbrennungsmotor Spaß machen. An alle ‚Patrol Freaks’ da draußen: Die Beschleunigung der E-Autos aus dem Stand ist unfassbar!“

GEOLUMEN: Licht ins Dunkle
(Accelerator Class of 2017/18)

Sie verwandeln Beleuchtungssysteme mithilfe einer kabellosen Netzwerkinfrastruktur in eine Smart City IOT-Plattform – und gewannen mit dieser Idee die SMART TECH TROPHY 2016. Antonio Domenico Ialeggio ist Gründer des Unternehmens GEOLUMEN, Stefano De Masi der Business Developer. Gemeinsam sind sie in Italien bereits erfolgreich gestartet und erobern nun auch den kühlen Norden mit ihrer Idee.

Die Technologie wurde für den Bereich der Robotik, innerhalb eines Raumfahrtprogramms, entwickelt. Als dafür das Geld ausging, überlegte Antonio, diese Technologie für Beleuchtungslösungen einzusetzen. Das war im Dezember 2010. Seitdem geben die Anfragen von Kunden die Lösungen vor. „Jemand hat ein Problem – wir liefern die Lösung“, erklärt Stefano die Funktionsweise der Kundengewinnung. Zugegeben, ganz so einfach wie es klingt ist es natürlich nicht. „Wir verkaufen ja keine Kartoffeln“, räumt Stefano ein. Ein bisschen erklären muss man dann am Ende halt doch. Ihre Vorteile gegenüber den Großen am Markt? „Na, wo andere erst mal Kilometerweit Kabel verlegen müssen, installieren wir Sender – fertig. Das ist nicht nur unaufwendiger, sondern auch noch kostengünstiger.“ Klar.

Ursprünglich kommen die Beiden aus dem sonnigen Italien. Hier erhielten sie erste finanzielle Starthilfe von einem Business-Angel, der fest an ihren Erfolg glaubt und den Start ermöglichte. Nach Bremen lockte sie kraftwerk und die Möglichkeit, europaweit in den Markt einzusteigen. „Mit einem Partner wie der swb und den entsprechenden Netzwerken dahinter ist der Start und die Platzierung natürlich um vieles einfacher und vielversprechender“, erklärt Stefano ihre Entscheidung. Der europäische Markt dürfte den smarten Jungs sicher sein.

OptiHeat: Wärmende Energie
(Accelerator Class of 2017/18)

Wer freute sich im klirrendkalten Winter nicht über ein wohligwarmes Haus. Wenn diese Heizerei nur nicht so kompliziert und teuer wäre. Ein Optimierungsvorschlag dazu kommt aus Slowenien: Ivo Peperko und Rok Loncaric von OptiHeat  entwickelten einen Controller für Wärmepumpen und versprechen Energieeinsparungen von bis zu 20%.

Dabei geht es um weit mehr als das bloße Hoch- und Runterregeln der Temperatur. Die Technik ermöglicht sowohl das Betreiben der Wärmepumpe als auch das Kontrollieren der Einsparergebnisse sowie die Wartung der Wärmepumpe via Smartphone oder Tablet aus der Ferne. Auch Daten des aktuellen Wetters werden dabei mit einem  smart Algorithmus zur optimalen Einstellung der Temperatur genutzt. Wunderbar“, denkt jetzt vielleicht der ein oder andere und seufzt, „aber die Umrüstung meiner Heizungsanlage steht gerade gar nicht an.“ Macht nichts. Die Montage nämlich ist ganz einfach und staubfrei. Statt einer Grundsanierung braucht es nicht mehr als ein Ethernetkabel und eine Steckdose. Der Controller wird so einfach direkt mit der bestehenden Wärmepumpe, dem Internet und der Cloud verbunden. Fertig. Für alle anderen bietet OptiHeat  aber auch die Komplettlösung über einen Installationsvertriebspartner an. Nur um den Staub muss man sich dann selber kümmern. Klingt vielversprechend.

OptiHeat wollen den Markt hierzulande für sich gewinnen, einen Einstig finden. Rok weist darauf hin: „Es muss so einfach wie möglich für den Endkunden sein, wenn man etwas Neues entwickeln und den Markt revolutionieren will.“

Evoblade: Wind bringt nach vorn
(Accelerator Class of 2016/17)

Frank Kortenstedde erreicht man am Institute of Aerospace Technology (IAT) der Hochschule Bremen, Wind Turbines Department. Hier startete er mit einem Team die Forschung an Windkraftanlagen und entwickelte bis 2014 das Strömungselement „SplitFlap“. Dieses ermöglicht eine aerodynamische Optimierung sowie eine Drehmoment- und Ertragssteigerung von Windenergieanlagen. Schon bald übernahm die WFB die Förderung des Pilotprojektes „Retrofits“, das Unternehmen evoblade wurde gegründet und zusammen mit der Deutsche Windtechnik AG die Erfindung weiterentwickelt. Dann kamen Frank und seine Mitstreiter ins kraftwerk. Das war 2016.

Und heute? Zunächst einmal hat das Kind einen neuen Namen: „EvoFlap“ heißt das Produkt jetzt und nennt so das Unternehmen gleich mit. Und sonst? Das Team hat sich verändert. Eingestiegen ist außerdem mit einer Minderheitsbeteiligung die swb Erzeugung AG & Co.KG. Zu klären sind aber nicht nur unternehmensorganisatorische Eckdaten, sondern und vor allem auch inhaltliche Fragen. Technische Finessen, Datenabgleich, Ergebniskontrolle, Herstellung, Montage, Vertrieb – die Liste der zu bedenkenden Dinge ist lang. Frank lacht. „Ja, das zieht sich schon alles ganz schön hin. Aber es macht immer noch Spaß und ist spannend.“ Und es geht voran. Die aerodynamische Entwicklung ist abgeschlossen. 2018 steht der Markteintritt auf dem Plan. Nach mehr als vier Jahren intensiver Arbeit. Interessierte Unternehmen gibt es bereits. „Es gibt einen Betreiber, mit dem wir im Gespräch sind. Wenn unsere Ergebnisse vorliegen, sprechen wir dort über die mögliche Ausstattung von sechs Anlagen.“ So ist das im technischen Bereich. Für Vorhaben wie dieses braucht es vor allem eines: viel Luft.

FoPo GmbH: Geht wie warme Semmeln
(Accelerator Class of 2016/17)

Lust auf Kuchen? Man nehme Butter, Sahne, Kekse – und ach! Wieder keine Früchte zur Hand! Aber FoPo Powder. Sind frische Zutaten gerade nicht im Haus, bietet FoPo mit Obst- und Gemüsepulver verschiedenster Geschmacksrichtungen eine Alternative in Trockenform. Aber nicht das Pulver ist besonders, sondern die Quelle der Zutaten. „So viel Obst und Gemüse wird aussortiert, weil es nicht der Norm entspricht, und dann kommt es gar nicht erst in die Supermärkte. Da wollten wir was machen“, sagt Adriana. Dank FoPo erhält das durch die Qualitätskontrollen Gefallene einen Platz im Warensortiment. Mit ihrer Idee treffen sie den Nerv der Zeit: Das Vorhaben hat eine hohe soziale Relevanz, ist ökologisch, nachhaltig – und verspricht ökonomischen Erfolg. Das honorierte auch die kraftwerk-Jury und verlieh dem Startup die SMART TECH TROPHY 2015.

Heute ist das Unternehmen noch immer auf Erfolgskurs. FoPo, das sind Vita Jarolimkova (Tschechische Republik) und Adriana Balazy (Polen). Sie lernten sich im Rahmen ihres Studiums kennen und entwickelten diese Idee gemeinsam mit Kommilitonen.

Am heimischen Herd kann man sich ja so einiges ausdenken. Da kann man backen, rühren, kochen – aber schmeckt das auch? FoPo hat sich diesem Test schon das eine oder andere Mal gestellt und bewiesen: Es schmeckt! Auch wenn der Weg manchmal holperig sein mag. Mal gehen die Kostproben weg wie warme Semmeln, dann verbrennen die Probierküchlein im Ofen oder die Lieferung hängt irgendwo fest. „Da mussten wir den geplanten Promotionstand auch schon mal absagen.“

Viele Kontakte verdankt das Startup den guten Verbindungen des swb-Konzerns zur Lebensmittelbranche. Und diesen Vorteil weiß das Jungunternehmen zu nutzen. Eine Supermarktkette hat die FoPo-Produkte ins Sortiment aufgenommen. Und auch sonst sind sie rührig. Auf ihren Promotion-Tours jedenfalls hat FoPo schon so einige Preise eingeheimst.

 

 

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