Zwei Jahre kraftwerk

Zwei Jahre kraftwerk – genau genommen ist es weit mehr als nur 24 Monate her, dass erstmals über einen Denkraum außerhalb der swb-Erzeugung nachgedacht wurde. „Der Entschluss fürs kraftwerk fiel im April 2014“, erzählt Heinrich Schröder. Mit den Kollegen des Lenkungskreises reiste er in jenem Frühjahr nach Berlin und schaute im Springer-Unternehmen und der Startup-Szene, wie auf Marktveränderungen reagiert werden kann. „Wir waren begeistert und haben angefangen zu überlegen, wie das für uns aussehen könnte.“

Und so begann man mit den Vorbereitungen. Im Dezember kam auch das „Go“ vom Aufsichtsrat, Heinrich Schröder wurde die leitende Position übertragen und die Suche nach passenden Räumlichkeiten begann. „Im Januar 2015 haben wir dann die Räume im Alten Postamt bezogen. Ich wollte unbedingt einen Ort außerhalb der Firmengebäude, damit man hier abseits der gewohnten Konzernstrukturen denken und arbeiten kann“, so Schröder. Wichtig war ihm auch die Identifikation der Führungskräfte mit dem kraftwerk. Um die zu erreichen, wurde ein eher unkonventioneller Weg gewählt: „Zusammen mit Führungsleuten, Geschäftsleitern und anderen Mitarbeitern haben wir hier gepinselt und geräumt. Das wollten wir so, um die Leute in eine andere Verbundenheit mit dem kraftwerk zu bringen.“ Zu Anfang nämlich waren nicht alle überzeugt, mit einem Projekt wie kraftwerk auf dem richtigen Weg zu einer inspirierenden und in das Unternehmen wirkenden Innovationsquelle zu sein. „Da hieß es ‚Macht mal, aber schaffen müsst ihr das selber’. Haben wir dann auch“, sagt Schröder nicht ohne Stolz.

Im Sommer 2015 dann die erste Ausschreibung mit den Themen Energie und Abfall. Die ersten Startups pitchten für die SMART TECH TROPHY 2015 im November und bewarben sich um die Teilnahme im Accelerator. Mit der Siegerehrung im Januar 2016 feierte man offizielle Eröffnung und im März zogen die ersten sechs Jungunternehmen ein.

Heute, im Dezember 2016 muss Heinrich Schröder niemanden mehr überzeugen. Klar, Kritiker gibt es immer noch, aber was wäre eine mutige Idee ohne Skeptiker. Trotzdem, gemütlich zurücklehnen will sich Schröder noch lange nicht. Seine Visionen und Wünschen fürs nächste Jahr? „Wir wollen weitere Partner für das kraftwerk gewinnen. Am liebsten mittelständische Unternehmen, die sind hier direkt vor Ort und damit dicht dran.“ Außerdem wären gestandene selbständige Bremer Unternehmer als Mentoren schön. „Die könnten den Startups Unternehmergeist vermitteln, Mut machen und mit Rat zur Seite stehen.“ Darüber hinaus wolle man aber auch Einfluss auf die kulturelle Entwicklung innerhalb des Unternehmens swb nehmen. „Die Art der Zusammenarbeit möchten wir verändern, wir wollen mehr innovatives Denken bei den Mitarbeitern ermöglichen und sie dazu bringen, Altes zu hinterfragen.“ Dies bedeutet vor allem auch, die Protagonisten des kraftwerks zusammenzubringen. „Wir können viel lernen von den Herangehensweisen der jungen Startups“, glaubt Schröder. Zum Beispiel einfach mal anzufangen. Heinrich Schröder ist überzeugt: „Wenn man immer nur an die möglichen Probleme denkt, hält einen das von guten Ideen ab und man wird viel zu langsam. Manchmal muss man die Bendenken einfach wegschieben.“ So wie er selbst. „Ich mache einfach, weil ich denke, es ist zum Wohl des Unternehmens“. Unkonventionelle Wege gehören da in jedem Fall dazu.

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