Unsere Jury im Portrait

Als Bereichsleiterin der Unternehmensentwicklung hat Simone Lordieck vor allem einen Blick für die Potentiale der Startups. Inwieweit lassen sich diese in den Geschäftsfeldern der swb oder durch Geschäftspartner des Unternehmens einbinden und unterstützen? „Natürlich suche ich im Zuge meiner Rolle als Leitung der Unternehmensentwicklung bei swb kontinuierlich nach neuen Geschäftsmodellen für unser Unternehmen – da ist das kraftwerk ein wertvoller Impulsgeber.“ Denn neue Ideen entwickeln sich besser in kreativen Umgebungen, in Netzwerken, auf Plattformen und im Team, so Lordieck. Und etablierten Unternehmen fielen nicht per se die besten neuen Ideen ein. „Oftmals kommen diese von außen und aus Branchen, die einem fremd sind“, weiß sie. Die Förderung von Ideen, in einem Biotop wie dem kraftwerk, hält sie daher für einen wichtigen Baustein in der Unternehmensstrategie der swb. Mehr noch: Auch das Land und die Stadt Bremen als Industriestandort profitieren davon, da die Förderung von Jungunternehmen ein bedeutendes Plus sei.

Und welchen Mehrwert bedeutet kraftwerk – city accelerator bremen für die Gründerinnen und Gründer? Nun, am Anfang steht die Idee, welche vielleicht aus der Lösung eines Problems und einem Brainstorming hervorging. „In dieser Phase sprudelt man vor Kreativität“, weiß Lordieck. Doch die erste Hürde kommt, wenn man diesen Spirit in eine wirtschaftliche bzw. unternehmerische Umgebung überführen will und Investoren sowie Kunden gewinnen will. „Hier setzt swb mit dem kraftwerk an und gibt den kreativen Köpfen früh eine Hilfestellung. Wie gründe ich ein Unternehmen? Welche Gesellschaftsform ist steuerlich optimal? Wie erstelle ich einen Business Case? Welches Marketing passt zu meinem Produkt oder meiner Dienstleistung? Wie trete ich bei Banken und Investoren auf? Bei der Beantwortung dieser und vieler weiterer Fragen helfen wir“, sagt sie. Mitzubringen sind eine Geschäftsidee und Persönlichkeit. In der frühen Phase der Gründung seien persönliche Kompetenzen wie Überzeugungsstärke, Leidenschaft und Unternehmertum zunächst sicher wichtiger als die fachlichen, glaubt Lordieck. „Doch das eine geht ohne das andere nicht. Man kann ein tolles Geschäftsmodell haben und mit der falschen Persönlichkeit überall anecken, sodass die Idee stirbt oder von anderen schnell kopiert wird.“

Ganz allgemein kennzeichnen Startups für Lordieck Verhaltensweisen, die traditionelle Konzerne teilweise wieder neu lernen müssen: „Neues ausprobieren, Freude am unternehmerischen Risiko, das Bestehende hinterfragen, Dinge anders machen, anders denken, eine positive Fehlerkultur und den Drive, Bestehendes zu revolutionieren – selbst wenn dies bedeutet, sich selbst zu kannibalisieren.“

Und sie selbst? Schon mal daran gedacht ein Startup zu gründen? „Vor meiner Zeit bei swb habe ich in einem Joint Venture der Deutschen Post und arvato (Bertelsmann) gearbeitet. Im Zuge dessen habe ich an einem weltweiten Innovationswettbewerb teilgenommen und meine Geschäftsidee in mehreren Bewerbungszyklen und Pitches schließlich dem arvato-Vorstand in Madrid präsentieren dürfen.“ Sie ging aus diesem Wettbewerb als eine von fünf Gewinnern hervor und erhielt ein finanzielles sowie personelles Sponsoring zur Umsetzung ihrer Geschäftsidee. „Meine größten Lerneffekte dabei waren: Gib niemals auf! Wenn du von einer Idee überzeugt bist, dann verteidige sie mit Mut und Leidenschaft!“

Ihr Gründer-Tipp:

„Es braucht vor allem den Mut, nicht in Grenzen zu denken und das Durchhaltevermögen, sich von ‚Nein-Sagern’ nicht entmutigen zu lassen. Neues wird oft als Bedrohung angesehen und stößt auf Ablehnung. Dies zu durchbrechen, niemals aufzugeben, immer hoch motiviert zu sein, Leidenschaft und Begeisterung auszustrahlen, das sind für mich wichtige Qualifikationen – neben dem fachlichen Know-how.“

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