Neu im kraftwerk-Förderprogramm: Kai Meissner und sein Startup eMotum

„Im Bereich der Shared-Mobilität wurden E-Bikes bisher nicht hinreichend berücksichtigt“, findet Kai Meissner. Der 36-Jährige will es anpacken und mit seinem Startup eMotum ein stationsunabhängiges Entleihsystem für Pedelecs in Bremen etablieren.

Diese Idee gefiel auch der Jury der SMART TECH TROPHY 2017: Hier holte sich Kai Meissner den Silberrang. Seit wenigen Wochen ist er jetzt ins kraftwerk-Förderprogramm aufgenommen worden und hat seinen Arbeitsplatz bei uns im kraftwerk bezogen. Dafür hat er seine Festanstellung als Projektmanager im Bereich Offshore Windenergie an den Nagel gehängt. „Ich glaube an meine Idee“, sagt der gebürtige Rostocker. Er ist der Ansicht, dass sich viele Kurzstrecken, die heute noch mit Autos absolviert werden, künftig mit Pedelecs viel effizienter, kostengünstiger und noch dazu umweltfreundlicher leisten lassen. Schon im vergangenen Jahr nahm er sich deshalb eine Auszeit, um in Ruhe an seiner Geschäftsidee zu feilen und sich selbst zu testen: „Kann ich mich motivieren, durchgängig an so einer Idee zu arbeiten?“ Die Antwort, die er sich selbst gab, lautete ja. Er sah sich nach Förderprogrammen um – und seine erste Bewerbung beim kraftwerk mündete gleich in einen Erfolg.

Jetzt definiert er seine nächsten Schritte und hat insgesamt 14 Monate lang Zeit, um seine Geschäftsidee marktreif zu machen. Dabei steht Kai Meissner nicht alleine da: Unterstützung bekommt er von zwei Tutoren. Jan-Lars Reinke, beim kraftwerk-Partner swb zuständig für Finanzen/Controlling, freut sich auf die gemeinsame Arbeit. „Als Tutor erhoffe ich mir ein paar direkte Kundenerlebnisse, die natürlich positiv als auch negativ sein werden. Aber der Kunde entscheidet.“ Denn da das Verleihsystem stationsungebunden sei, müsse ein wirklich intelligentes Konzept dahinter stehen, so dass der Kunde in der Nutzung in keiner Weise durch den Akkuladestand beeinträchtigt werde. „Daneben gibt es noch die technische Komponente, die ich ebenfalls sehr reizvoll finde. Die Flotte zu betreiben wird auch eine IT-Aufgabe.“
Wenn Kunden über eine App die Fahrten buchen, benötigen diese bereits viele Informationen für ihre Buchungsentscheidung. Dafür muss jedes Pedelec mit der Zentrale kommunizieren.
Dass Kai Meissner seinen Kunden ein Anreizsystem bieten will, macht es besonders, findet Jan-Lars Reinke. So etwas gebe es am Markt noch nicht. Als Tutor will er Kai Meissner besonders stark im Bereich Finanzen unterstützen: bei der Finanzplanung und der Erstellung von Treibermodellen für Business  Cases. „Ich finde Kais Idee mutig“, sagt Thorsten Kaltwasser. Er ist der zweite Tutor und bei swb Vertrieb für das Produktmanagement verantwortlich. „Dazu gehört auch der Fokus auf das Thema Elektromobilität.“ Damit ist Thorsten Kaltwasser praktisch als Tutor prädestiniert. Mit technischem und planerischem Know-how will er Kai Meissner unterstützen. „Er hat eine tolle Idee und eine gutes Thema, sein Free Floating-System kombiniert mit Pedelecs ist sein Alleinstellungsmerkmal“, sagt der Experte. Er will Kai Meissner dabei helfen, das Ladesäulensystem zu konkretisieren und auch seine Erfahrung aus Marketing und PR-Beratung in die gemeinsame Arbeit einfließen lassen.
Denn die Geschäftsidee überzeugt: „Sie fördert die urbane Entwicklung und ist allein schon aus umwelttechnischen Gründen eine Idee, die wir unterstützen müssen.“

Nach jeweils sechs und zehn Monaten Förderungszeit stellt Kai Meissner das Erreichte vor. Spannend findet er selbst die anstehende Zeit. „Das hebt sich schon von dem ab, was ich bislang gemacht habe“, erklärt der 36-Jährige, der sich auf die nächsten Monate freut. „Ich will einfach herausfinden, ob ich das hinbekomme“, sagt er voller Optimismus. Denn, da ist er sich sicher, bereue man im Leben nicht das, was man getan, sondern vielmehr das, was man nicht getan habe. Deshalb will er die Umsetzung seiner Geschäftsidee mit Elan anpacken:  „Ich glaube daran.“

 

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