„Ich bereue auf keinen Fall, dass ich das gemacht habe“ Kai Meissner beendete sein Startup Splitshare

„Die Wahrscheinlichkeit, die nötigen Fördermittel zu bekommen, war einfach zu gering“, sagt Kai Meissner. „Ich hätte mindestens zehn andere Firmen gebraucht, die einsteigen. Und meine potenziellen Investoren haben mich mit einer negativen Entscheidung beschieden“, erzählt der Gründer von Splitshare. „Es ist sehr schade, dass es mit den Investoren nicht geklappt hat. Kai hatte im Förderprogramm, welches das kraftwerk finanziell und inhaltlich unterstützt hat, alle notwendigen Meilensteine erreicht“, ergänzt Christoph Wiegmann, General Manager des kraftwerks. Kai zog seine Konsequenz und beendete sein Startup Splitshare. Dabei sah und sieht er nach wie vor einen Bedarf für seine Gründungsidee, die die Mobilität in den Städten dadurch erhöhen wollte, dass Menschen Pedelecs und entsprechende Lastenräder gemeinsam nutzen, die sie normalerweise aufgrund des hohen Preises nicht ohne Weiteres kaufen würden. Und dass sie diese dort wieder abstellen können, wo sie das Ziel ihrer Fahrt erreichen. „Wir wollten mit 50 Bikes in den besonders dicht besiedelten Stadtteilen Neustadt, Mitte und im Viertel anfangen“, berichtet Kai Meissner, der für seine Gründungsidee seinen Job als Angestellter an den Nagel hing. „Mit meiner Idee hatte ich mich bewusst auf kleinere Metropolen unter 200.000 Einwohnern bezogen, die aber genauso Verkehrsprobleme haben wie die großen.“ Nach wie vor ist Kai Meissner überzeugt davon, dass es in Städten Anreizsysteme für eine Mobilitätswende geben werde. Dass das finanzielle Risiko bei seiner Idee hoch ist, weiß er indes auch. Allein für die Pilotphase hätte er aufgrund der hohen Anschaffungskosten der Pedelecs rund 800.000 Euro benötigt. 

„Ich bereue auf keinen Fall, dass ich das gemacht habe“, erklärt der Gründer über seine lehrreiche Zeit im kraftwerk, gibt aber zu, dass schon eine gewisse Enttäuschung darüber mitschwinge, dass er seine Idee nicht weiter verfolgen könne. Ganz ad acta werde er sie jedoch nicht legen. „Ich habe damit schließlich viel Zeit verbracht und viel Energie reingesteckt.“ Positiv bewertet er die Zusammenarbeit mit seinen Mitarbeitern Lenz Schulte Westenberg und Vincent Garcia. „Beide haben ihre Bachelor-Arbeit bei mir geschrieben. Ich bin stolz, dass ich das beiden ermöglichen konnte“, sagt Kai Meissner. „Sie haben sich jetzt anders orientiert und machen ihren Master“, erzählt er. Er selbst möchte jetzt erst einmal „Luft an den Kopf bekommen.“ Die nächsten Monate schwingt er sich aufs Rad und will damit quer durch Europa fahren. Wie es danach weiter geht? „Ich möchte erst mal wieder in ein Anstellungsverhältnis und sehen, wo es mich hinführt.“ Und er ist sich sicher, dass seine Zeit als Gründer und seine vielfältigen Erfahrungen einen positiven Effekt auf seine berufliche Zukunft haben werden: „Es gibt sicher Situationen, wo sich das als Mehrwert auswirken wird“, ist er überzeugt.

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